Wenn es ein Gericht aus Bolivien wählen müsste, dass allen schmeckt würde ich Pique Macho wählen. Es besteht aus drei Fleischsorten und hat es aufgrund der Chilis in sich. Der Name leitet sich vom spanischen „picante“ und „macho“ ab:  Iss es, wenn Du glaubst Mann genug zu sein!

Vorsichtig sollte man sein, wenn man als deutscher in einem bolivianischen Restaurant großmutig behauptet man bräuchte unbedingt einen eigenen Teller und die anderen sollten mal lieber für sich selbst bestellen. Preislich wäre das kein Problem, aber die notwendige Magendehnung besitzen wir einfach nicht. Man bekommt schiere Berge serviert und man tut gut daran sich einen „Teller“ zu viert zu teilen.

Fleisch ist und bleibt das unverzichtbare Zentrum eines jeden bolivianischen Gerichts. Und deshalb braucht hier gleich drei Sorten. Rindfleisch, Hähnchen und Wiener Würstchen. Interessant ist, dass Schweinefleisch in Bolivien teurer als Rindfleisch ist und auch zu besonderen Anlässen serviert wird, wohingegen Rindfleisch das Alltagsfleisch darstellt. Auf der anderen Seite drücken die Locotos dem Gericht ihren Stempel auf. Locoto ist eine Chilisorte, welche in Bolivien und Peru (hier heißen sie Rocotos) angebaut wird. Sie zählt zu der Art Capsicum pubescens und zeichnet sich im Gegensatz zu allen anderen Chilipflanzen dadurch aus, dass Sie lila blüht und alle Pflanzenteile behaart sind. Hier kommt es darauf an, wie freundlich die Gäste behandelt werden sollen. Mir bleibt ein Restaurantbesuch in Copacabana am Titicacasee in Erinnerung bei dem mir Pique macho mit fein gewürfelter Chili serviert wurde und keine Chance bestand diese zwischen all den Fleisch und Kartoffelstücken zu entfernen. Mein Kopf wurde rot und den Rest kann man sich denken. Zumeist wird die Locoto daher in Ringe geschnitten und roh auf dem Gericht verteilt. So kann man leicht entscheiden, wieviel Schärfe man möchte.

Die Kartoffel bekommt in diesem Gericht auch die Ehre. Kartoffeln stammen ursprünglich aus der Andenregion von Bolivien und Peru. Auf den Straßenmärkten von La Paz habe ich unzählige Sorten in allen Formen und Farben gesehen. Das Originalrezept sieht vor, dass Die Kartoffeln in Spalten geschnitten frittiert werden. Ich habe mich dazu entschieden Sie im Backofen mit ein wenig Olivenöl und ein paar Gewürzen zu backen. Das erfordert weniger Aufwand und das Ergebnis überzeugt.


Die Mengenangaben können gerne variiert werden, denn es gibt nicht DAS Rezept für Pique Macho.

Für vier bis sechs Personen rechne ich mit:

8 mittelgroße Kartoffeln
400 g Rinderhüftsteaks
400 g Hähnchenbrustfilet
4 Wiener Würstchen
2-3 Zwiebeln
1 Paprika
2 Tomaten oder mehrere Cherrytomaten
1-2 Locotos (alternativ Jalapeños oder Peperonis)
3 Eier
schwarze Oliven

Gewürze:
Cumin (Kreuzkümmel)
scharfes Paprikapulver
Knoblauch
Pfeffer und Salz nach Belieben

Die Kartoffeln waschen und ungeschält in Spalten schneiden. In einer Schüssel mit Olivenöl beträufeln und mit Paprikapulver, Salz und Pfeffer abschmecken. Bei 200 °C ungefähr 30 min. im Backofen backen bis die Kartoffeln schön gebräunt und knusprig sind.

Die Steaks und das Hähnchenfleisch in Streifen schneiden und mit Cumin, Knoblauch, Salz und Pfeffer würzen. Kurz bei hoher Hitze in der Pfanne anbraten und warmhalten. Die Würstchen schräg in Scheiben schneiden und ebenfalls anbraten. Die Eier hart kochen und halbieren.

Die Zwiebeln in grobe Ringe oder Streifen schneiden. Die Paprika in Streifen schneiden. Eine Tomate fein würfeln. Einen Teil der Chilis fein hacken. Die Zwiebeln in etwas Olivenöl anbraten und etwas später die Paprika und fein gehackten Knoblauch zufügen. Die Tomaten hinzufügen und somit eine Art Soße erzeugen. Mit Chilis, Cumin, Pfeffer und Salz würzen.

Nun alles miteinander vermengen und auf einem großen Teller oder einer Schüssel servieren. Mit den restlichen Tomaten, den Chiliringen, den halbierten Eiern und Oliven garnieren. Dazu passt kühles Bier oder ein kräftiger Rotwein.